akademische lehre

Im Sommersemester 2020 halte ich folgende Lehrveranstaltung an der PTH:

WELCHE GESCHICHTE MUSS ERZÄHLT WERDEN? DER BEITRAG DER KIRCHENGESCHICHTSSCHREIBUNG FÜR DIE ERNEUERUNG VON KIRCHE

Die Anfänge der Kirchengeschichtsschreibung liegen in der Spätantike. Die spätantiken Kirchenhistoriker überliefern uns eine Menge an historischen Informationen, ohne die wir über die ersten Jahrhunderte des Christentums erheblich weniger wüssten. Allerdings erzählen sie Geschichte nicht „objektiv“. In den Umbruchsituationen und Krisenzeiten ihrer Tage erzählen sie die Geschichte der Kirche unter einem bestimmten Blickwinkel und deuten sie entsprechend. Diesen Geschichtsentwürfen und den Intentionen ihrer Verfasser widmet sich die Vorlesung im ersten Teil – unter Berücksichtigung paganer antiker Geschichtsschreibungstheorien.

Die Frage, welche Geschichte die spätantiken Kirchenhistoriker ihren Zeitgenossen mit welcher Intention erzählt haben, ist aber nicht nur historisch bedeutsam, sondern führt auch zur Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Zeitenwende der Kirche, in der es ein einfaches „Weiter so“ nicht mehr geben kann und Kirche sich fundamental verändern muss. Daher fragt die Vorlesung in einem zweiten Teil danach, welchen Beitrag Kirchengeschichtsschreibung heute für die nötige Erneuerung von Kirche leisten kann und welche Ge- schichte sie mit welcher Intention heute erzählen muss – unter Berücksichtigung aktueller hermeneutischer und narratologischer Diskurse in der Geschichtswissenschaft.


Die Vorlesung findet ab dem 20. April 2020 immer montags von 17:15 bis 18:45 Uhr statt.


PTH Münster

Kapuzinerstr. 27

48149 Münster