Projekte

Religion berufsorientiert unterrichten

Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen dezidiert berufsbezogen zu unterrichten, stellt eine große Chance für die Akzeptanz des RUs bei SchülerInnen, Schulleitungen und Ausbildungsbetrieben dar. Dazu ist es nötig, sich mit den jeweiligen Berufen auseinander zu setzen, um entsprechende Unterrichtsszenarien zu entwickeln. Vor einer solchen anspruchsvollen Aufgabe sollte man aber nicht zurückschrecken, wenn die Chance besteht, dass darin eine lohnenswerte Aufgabe steckt – und in beruflichen Herausforderungen religiös kompetent agierende Schülerinnen und Schüler sind definitiv eine Chance. Man denke z.B. an die vielen dilemmatischen Situationen, denen Auszubildende im Berufsleben begegnen und die sie verantwortungsvoll bewältigen müssen. Oder an die Ungerechtigkeiten im gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Leben, die es mit einer engagierten Haltung zu verändern gilt statt sie schicksalsergeben hinzunehmen oder ihnen mit Gleichmut zu begegnen. Im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erscheint zum Schuljahr 2021/22  ein Materialheft, in dem konkrete berufsbezogene Unterrichtsszenarien vorgestellt und als Bausteine angeboten werden. Kann ich mit Religion meinen Beruf gestalten? – das ist jeweils die Leitfrage. Indem sie mit fundamentalen christlichen Inhalten zu tun haben sind die Unterrichtsszenarien anspruchsvoll und eröffnen den SchülerInnen Raum für eine eigene Positionierung.



"Kirchengeschichte macht Schule"

© contrastwerkstatt
© contrastwerkstatt

Der Religionsunterricht ist heute von großer Bedeutung. An keinem anderen Ort kommen so viele junge Menschen über einen längeren Zeitraum mit religiösen Fragestellungen in Berührung wie hier. Das Verhältnis von Kirchengeschichte und Religionsunterricht hingegen ist seit langem nicht sehr fruchtbar. Kirchengeschichtsdidaktik gilt als Stiefkind innerhalb der Religionspädagogik und kirchengeschichtlicher Religionsunterricht oftmals als verstaubt und langweilig. Die Kirchengeschichtswissenschaft muss daher einen Perspektivwechsel vollziehen: den Religionsunterricht als Ort kirchengeschichtlicher Fragestellungen erkennen und die angehenden Religionslehrerinnen und -lehrer sowie Schülerinnen und Schüler als Adressaten ihrer Forschung und Lehre in den Blick nehmen. Kirchengeschichte muss auf das Leben von heute bezogen sein – das ist mir Auftrag und Ansporn als Kirchenhistoriker.

Mein Projekt widmet sich dem Themenfeld Kirchengeschichte und Religionsunterricht, tritt von Seiten der Kirchengeschichtswissenschaft in einen Dialog mit Religi-onspädagogik und Fachdidaktik und leistet einen Beitrag zur Professionalisierung von Religionslehrerinnen und Religionslehrern zur Arbeit an kirchengeschichtlichen Themen im schulischen Religionsunterricht.



Inspirationen aus der Wüste

© Alexmar
© Alexmar

Die Mütter und Väter der Wüste waren zweifelsohne „schräge Vögel“ und trotzdem oder gerade wegen ihrer „schrägen“ individuellen und konsequenten Lebensführung hochgeschätzte Persönlichkeiten, Vorbilder und Orientierungsfiguren. Sie waren geschätzte Seelsorger, aber auch geschätzte Lehrer – freilich nicht in dem Sinne, dass sie einen Stoff vermittelten, sondern indem sie weitergaben, was sie selbst gelernt und erlebt haben, indem sie Zugänge zum Leben eröffneten. 

Auch heute sind „schräge Vögel“, die „ihr Ding machen“ und ihr Leben individuell und konsequent gestalten, interessant und stehen hoch im Kurs. Mein Projekt sucht nach spannenden Inspirationen, die für Menschen von heute interessant sein können. In ihrer Zeit hatten die Mütter und Väter der Wüste viele Schüler, die sich von ihnen Wegweisung für ihr Leben erbaten. Kann man auch heute Erkenntnisse von den Wüstenmüttern und -vätern für das eigene geistliche Leben erlangen? Kann man  Kompetenzen von ihnen erwerben, z.B. im Rahmen einen kompetenzorientierten Religionsunterrichts? Im Sinne eines biographischen Lernens sollen exemplarisch Lebensbilder aufgearbeitet und adressatensensibel für unterschiedliche Kontexte zugänglich gemacht werden.