Neue Publikationen

Artikel in Zeitschrift erschienen

"Religionsunterricht in der Berufsschule? Warum das denn? Ich dachte, in der Berufsschule sind wir endlich durch mit Fächern wie Religion und lernen nur das, was für unsere Prüfung und unseren Beruf wichtig ist" – so äußern sich Berufsschüler*innen nicht selten in der ersten Religionsstunde. Was tun? Eine Chance liegt in einem dezidiert berufsbezogenen Religionsunterricht. Damit beschäftigt sich mein neuer Artikel, der in rabs. religionsunterricht an berufsbildenden schulen 1/2021 erschienen ist.

Dass ein Lebensweltbezug für guten Unterricht unerlässlich ist ist eine Binsenweisheit. Im Religionsunterricht ist ein Lebensweltbezug nicht selten konstruiert oder gut gemeint, da Religion schlicht und ergreifend für immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene nicht mehr relevant ist und in ihrer Lebenswelt nicht mehr vorkommt. Da Auszubildende naturgemäß zu einem hohen Maße mit ihrer Ausbildung beschäftigt sind, muss der Religionsunterricht an berufsrelevanten Themen ansetzen. Zumindest dann, wenn er die Chance haben will, für Berufsschülerinnen und -schüler relevant zu sein. Religionsunterricht muss den Lernenden in berufsbezogenen Unterrichtsszenarien eine Auseinandersetzung mit fundamentalen christlichen (und bei der immer wichtiger werdenden interreligiösen Kompetenz auch anderen religiösen) Positionen ermöglichen. Und Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnen, sich diesen Inhalten gegenüber zu positionieren, zustimmend, aber auch ablehnend. Kann ich mit Religion meinen Beruf gestalten? Das ist die Leitfrage dabei. So gelangen die Lernenden zu einem Kompetenzzuwachs in Sachen Religion – und der Religionsunterricht hat die Chance, ein wichtiger Baustein bei der beruflichen Qualifizierung von Auszubildenden zu sein.



Artikel in Sammelband erschienen

Mit der Frage, ob die Mütter und Väter der Wüste, die in der Spätantike die ägyptischen und syrischen Wüsten besiedelt haben, mit ihrem Verständnis von geistlicher Begleitung auch Menschen von heute noch etwas zu sagen haben, beschäftigt sich mein neuer Beitrag im Sammelband "'Geh deinen Weg vor mir...' (Gen 17,1). Geistliche Begleitung und Wegbegleitung". Am Beispiel des Mönchsvaters Antonius und der Schrift Praktikos des Evagrius Ponticus wird schnell klar, dass sie mit der Vorstellung eines individuellen Glaubensweges, den es zu finden und zu gehen gilt, hochaktuell sind. Sind es heutzutage doch gerade persönliche Wege, die Menschen in ihrem Glauben und ihrer Spiritualität suchen und gehen wollen. Bei aller Individualisierung sind aber gegenseitige Unterstützung und geistliche Begleitung notwendig, um sich auf dem eigenen Weg nicht zu verlieren. Auch in diesem Bereich sind die Mütter und Väter der Wüste ungemein inspirierend, zeigen sie doch, dass es für die geistliche Begleitung individuell maßgeschneiderte Impulse braucht und allgemeine Modelle oder Konzepte nicht zielführend sind. Damit lassen die spätantiken Wegbegleiter eine gewisse Skepsis aufkommen, ob geistliche Begleitung im Raum der Kirche heute noch Menschen das geben kann, wonach sie suchen. Denn häufig finden sich im Raum christlicher Verkündigung einfache Antworten auf Fragen, die gar nicht gestellt werden. Oder die Suchenden haben sich schon längst von der institutionalisierten Religion entfernt und suchen zunehmend auf anderen Wegen nach spiritueller Heimat und Leben in Fülle. Ganz zu schweigen davon, dass gemeindlicher Aktionismus nicht selten die Suche nach Kontemplation, Stille, Gebet und Schau Gottes übertönt und erdrückt. Somit bleibt zu hoffen, dass es zukünftig noch Christinnen und Christen gibt, die wie die Mütter und Väter der Wüste Respekt vor der persönlichen Glaubensgeschichte von Menschen haben und diese auf ihrem geistlichen Weg wirkungsvoll begleiten und unterstützen. 



Artikel in Sammelband erschienen

Mit der Frage, welchen Beitrag christlicher Glaube in den gegenwärtigen verunsicherten Zeiten für die Gestaltung von Welt, Kirche und Gesellschaft leisten kann, beschäftigt sich mein neuer Artikel im Sammelband "Frieden. Spiritualität in verunsicherten Zeiten". Ausgehend von ausgewählten Kirchenhistorikern des 4. und 5. Jahrhunderts, die in krisenhaften Zeiten ihrer Tage für sie wichtige Ereignisse aus der Geschichte des Christentums festgehalten haben, geht es mir um Impulse, die ihre Art und Weise der Erinnerung an die Vergangenheit uns heute geben kann. Dabei wird deutlich, dass Erinnern immer auch etwas Gegenwärtiges ist. Erinnerung an die Geschichte Gottes mit den Menschen kann für ein Leben in Gottes Gegenwart sensibilisieren, das keiner Flucht vor der eigenen Realität, keines ängstlichen  „Es war doch schon immer so“ und keiner Diffamierung Andersdenkender bedarf, denen der "rechte Glaube" abgesprochen werden müsste. Aus der Beziehung zu einem Gott, der Gutes für seine Schöpfung und Leben in Fülle für seine Geschöpfe möchte, folgt vielmehr aktiver und mutiger Einsatz für echten Wandel und wirkungsvolle Veränderung – sowie ein wachsamer Blick nach günstigen Gelegenheiten, die es rechtzeitig beim Schopf zu ergreifen gilt, damit die Chance zur Veränderung nicht ungenutzt verstreicht.



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