Neue Publikationen

Artikel in Zeitschrift erschienen

Welchen Beitrag die Kirchengeschichtsschreibung für die derzeit viel diskutierte Erneuerung von Kirche zu leisten vermag beleuchtet mein neuer Artikel "Kirchengeschichte 2.0" im aktuellen Heft der ET-Studies.

Ausgehend von der gegenwärtigen Situation der Kirchengeschichtsschreibung infolge des 1. Vaticanums widme ich mich in einer historischen Rückfrage den Anfängen der Kirchengeschichtsschreibung durch Eusebius von Cäsarea und seiner heilsgeschichtlichen Deutung der geschichtlichen Ereignisse von der Menschwerdung des Erlösers bis in die Zeit Kaiser Konstantins. Dabei bleibt es aber nicht bei einer historischen Auseinandersetzung, sondern ich frage nach Konsequenzen, die sich aus der eusebianischen Konzeption für die Kirchengeschichtsschreibung von heute und ihren Beitrag für die Erneuerung von Kirche ergeben. Dabei wird deutlich, dass Kirchengeschichte eine performative Kraft in sich birgt, die Menschen und Kirche verändern kann. Damit sich diese Kraft entfaltet, bedarf es aber angesichts einer oftmals anzutreffenden 'Selbstbescheidung bzw. Selbstmarginalisierung der Kirchengeschichte' (H. Wolf) eines neuen Aufbruchs, einer 'Kirchengeschichte 2.0'. Gerade angesichts der beunruhigenden Entwicklungen in den politischen Systemen der westlichen Welt und den Geschehnissen innerhalb der Kirche muss Kirchengeschichte als nie versiegende Quelle kultureller und religiöser Inspiration begriffen und mit einer dezidiert theologischen Aussage betrieben werden. 

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Sammelband "Zwischen Heimat und Fremde" herausgegeben

Mit dem Fremden konfrontiert zu sein, löst vielfach Ängste aus. Im gesellschaftlichen Leben wie im Glauben stellt sich die Alternative, dem Anderen zu begegnen oder sich vor ihm zu verschließen. Was trägt und was birgt? Was bedeutet es für Christen, als Pilger, als Fremdgänger mit einer Verheißung zu leben? Im Angesicht des Geheimnisses, das wir Gott nennen, ereignen sich Erfahrungen ritueller Beheimatung oder des Betens, die Menschen zu sich selber finden lassen oder aus sich herausrufen. Nicht zuletzt ist das Spannungsfeld Heimat und Fremde aktuell im sozialen und politischen Bereich relevant, der Umgang mit dem fremden Anderen eine diakonische Herausforderung. Biblische, systematische, praktisch- und spiritualitätstheologische Impulse beleuchten das Thema Heimat und Fremde und mit ihm die Suche nach dem eigenen Leben.

 



Artikel in Sammelband erschienen

Eine Aussage des Kirchenvaters Irenäus von Lyon (2.Jh.) bietet den Ausgangspunkt für meinen Artikel zum Verhältnis von Kunst und Spiritualität. Irenäus sieht in Gott einen Künstler, der für sein Meisterwerk, den Menschen, fürsorglich alles so einrichtet, wie es für den Menschen günstig ist. Der Glaube an einen solchen Gott fällt nicht immer leicht, gerade in Situationen, in denen das Leben eher als Last empfunden wird. So spricht der 2010 verstorbene Film- und Theaterregisseur Christoph Schlingensief, der sich in der Zeit seiner Erkrankung an Lungenkrebs intensiv mit seinem christlichen Glauben auseinandergesetzt hat, z.B. von Gott als "gescheitertem Künstler" und empfiehlt die Kunst, die das Leben schonungslos so zeigt, wie es ist, und eine Hilfe sein kann, das Leben "gerade in seiner Disharmonie als Kunst zu sehen." In der Tat kann die Kunst dazu anregen, sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen und so neue Horizonte zu gewinnen. Sie "macht die Menschen zu lebendigeren Menschen und weckt zugleich die Sehnsucht nach dem vollendeten Leben in Fülle", wie es der verstorbene Kardinal Karl Lehmann einmal formuliert hat. Damit eröffnet sie auch eine spirituelle Dimension, wie sie in ähnlicher Weise für Irenäus von Lyon im Glauben an Gott als Künstler angelegt ist, der das Gute für den Menschen und seine Lebendigkeit will.



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