Am Anfang des vierten Jahrhunderts passiert Eigenartiges in der ägyptischen Wüste: Menschen verlassen ihre Dörfer und ziehen sich in die Wüste zurück, wo sie als Eremiten leben. Tausende von Männern und Frauen werden es ihnen in den nächsten Jahrhunderten gleichtun und allein oder in Gemeinschaft leben – als Keimzelle christlichen Mönchtums, das es bis in unsere Tage gibt. Die Mütter und Väter der Wüste haben Spuren hinterlassen, in Form von Sprüchen, die in Spruchsammlungen gesammelt wurden und bis heute Menschen in unterschiedlichen Kontexten inspiriert haben.
Das theologische Seminar für das Bildungswerk der KAB Münster, das Anfang Oktober im Haus am Turm in Essen stattgefunden hat, vollzog die Anfänge des christlichen Mönchtums in ihren Grundzügen nach. Im Mittelpunkt stand die Beschäftigung mit bedeutenden Wüstenvätern und -müttern und ihrer Wegweisung, die sie Menschen gegeben haben, die von ihnen als Begleiterinnen und Begleiter ihres eigenen geistlichen Lebens Rat und Unterstützung erhofft haben. Dabei ging es auch darum, ob und wie die Wüstenväter und -mütter Menschen von heute zu inspirieren vermögen und Wegweiserinnen und Wegweiser für den eigenen Glaubensweg und die eigene Spiritualität sein können.
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